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Bandscheibenvorfall bei Hunden - Was kann ich tun?

Die Diagnose „Bandscheibenvorfall“ ist für viele Hundehalter eine Schreckensnachricht. Je nach Grad, Symptomatik und Auftreten ist der Bandscheibenvorfall für Hundehalter ein Schock.

 

In meinem letzten Blog habe ich über diese Erkrankung bei Hunden berichtet, ihre Definition, die Ursachen und Symptome. Doch welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und was gilt es als Hundehalter zu beachten? Erfahren Sie mehr darüber in diesem Blogartikel.

 

Wie wird der Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall bei Ihrem Hund sollten Sie unbedingt als erstes einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann durch eine erste neurologische Untersuchung einen Hinweis auf die Lokalisation und den Grad der Erkrankung geben. Weitere Maßnahmen, wie Röntgen, CT oder MRT sind jedoch notwendig, um eine genaue Lokalisation und Beurteilung des Ausmaßes des Bandscheibenvorfalls zu liefern.

 

Wie geht es nach der Diagnose weiter?

Wurde ein Bandscheibenvorfall vom Tierarzt festgestellt, gibt es verschiedene Therapiemaßnahmen, abhängig vom jeweiligen Grad und der Symptomatik der Erkrankung.

 

Die konservative Therapie, die im Wesentlichen aus der Gabe von Medikamenten zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung besteht, sowie der anfänglichen Schonung des tierischen Patienten, kann in den richtigen Fällen durchaus erfolgreich sein. Sehr wichtig hierbei ist jedoch eine zeitgleiche intensive physiotherapeutische Betreuung, die den langsamen Aufbau der Muskulatur und damit die Beweglichkeit fördert, ohne den Hund zu überlasten.

 

Für manche betroffenen Hunde ist eine Operation jedoch unausweichlich. Wird in solchen Fällen mit dem chirurgischen Eingriff zu lange gewartet, kann es, aufgrund der Dauerbelastung des Rückenmarks zu irreparablen Schäden kommen.

Auch nach einer Operation ist die begleitende Physiotherapie sehr empfehlenswert.

 

Welche Maßnahmen für Ihren Hund bei einem Bandscheibenvorfall angewandt werden sollten, besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt. Haben Sie bereits einen guten Hundephysiotherapeuten, unterrichten Sie ihn frühzeitig über die weiteren tierärztlichen Schritte.

Was müssen Sie im Alltag mit einem vom Bandscheibenvorfall betroffenen Hund beachten?

 

Hier habe ich ein paar Tipps für den Alltag zusammengestellt, die Sie als Halter eines Hundes mit Bandscheibenvorfall beachten sollten:

  • Bewegung und Belastung dem Stand der Erkrankung anpassen (auf keinen Fall überfordern!)
  • Leistungssport vermeiden (geeignete rücken- und gelenkschonende Sportarten und Übungen kann Ihnen ein guter Hundephysiotherapeut zeigen)
  • Vermeiden Sie lange Spaziergänge, ruckartige Bewegungen oder enge Wendungen mit Ihrem Hund
  • Verteilen Sie die Spaziergänge besser in mehrere, kurze Einheiten pro Tag
  • Achten Sie auf einen druckentlastenden warmen Liegeplatz für Ihren Hund
  • Vermeiden Sie bei Ihrem Hund Sprünge und Treppen gehen. Für Autofahrten oder erhöhte Liegeplätze sollte eine Auf- und Abstiegshilfe verwendet werden.
  • Achten Sie bei Hundebegegnungen darauf, dass kein anderer Hund Ihrem Hund auf den Rücken aufreitet und vermeiden Sie wilde Spiele zwischen den Hunden.
  • Tätscheln oder klopfen Sie nicht über die betroffene Stelle auf der Wirbelsäule Ihres Hundes
  • Bei übergewichtigen Hunden sollte dringend eine Gewichtsreduktion angestrebt werden
  • Die Rückenmuskulatur sollte in der kalten Jahreszeit und bei nasskaltem Wetter im Freien durch einen Hundemantel warmgehalten werden

Viele Hunde können ihre Bewegungsfreude und Lebensqualität trotz eines Bandscheibenvorfalls weiterhin behalten.

 

Wichtig ist die rechtzeitige Diagnose durch den Tierarzt und die frühestmögliche Einbindung eines guten Physiotherapeuten.

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