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Die Hirschlausfliege - ein Parasit aus dem Wald

Den Sommer genießen wir mit unseren Vierbeinern gerne im Freien. An besonders heißen Tagen gibt es kaum einen schöneren Ort für einen Spaziergang, als den angenehm schattigen Wald.

Leider lauern jedoch in der Natur kleine Gefahren, auf die wir achten sollten. Zecken, Grasmilben und Bremsen sind uns wohl bekannt und plagen unsere Hunde und auch uns jedes Jahr wieder aufs Neue.

Doch ein weiterer, sehr verbreiteter kleiner Parasit ist unter Hundehaltern immer noch kaum bekannt – die Hirschlausfliege.

 

Genaueres zur Hirschlausfliege und was Sie als Hundehalter beachten sollten, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

 

Was ist eine Hirschlausfliege?

Die Hirschlausfliege erinnert auf den ersten Blick sehr stark an eine kleine Stubenfliege. Sie besitzt Flügel, sechs Beine und kann bis zu 6mm groß werden.

Mit ihrem spitzen Stechrüssel ernährt sie sich vom Blut ihres Wirts und gehört zur Gattung der Ektoparasiten.

Hirschlausweibchen bringen lebende Larven zur Welt, die sich dann auf dem Waldboden verpuppen und später schlüpfen.

 

Wo sind Hirschlausfliegen zu finden?

Ihr bevorzugter Lebensraum ist der Wald, hier vermehrt am Waldrand in Eichen, Kiefern und auch in Mischwäldern.

Zwischen August und Oktober treten die lästigen Parasiten am häufigsten auf.

Ihren Namen trägt die Hirschlausfliege von ihrem bevorzugten Wirt, dem Hirsch. Ebenso befällt sie Rehe und anderes Wild, auch Wildschweine und weitere verschiedene Waldbewohner zählen dazu.

Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass die kleinen Parasiten auch Hunde und sogar Menschen befallen.

Ihre Flügel wirft die Hirschlausfliege auf dem Wirt sofort ab.
Ihre Flügel wirft die Hirschlausfliege auf dem Wirt sofort ab.

Wie sticht die Hirschlausfliege?

Hat sich die Hirschlausfliege einen Wirt ausgesucht, umschwirrt sie diesen erst einmal. Ist sie dann gelandet, wirft sie sofort ihre Flügel ab und kann sich somit enorm schnell auf der Haut des Opfers fortbewegen und eine passende Einstichstelle suchen. Hat sich die Hirschlausfliege einmal festgebissen, verlässt sie ihren Wirt im Normalfall nicht mehr.

 

Hunde werden vermehrt im Bereich des Bauches, der Innenschenkel oder dem Afterbereich gestochen. Beim Menschen ist am häufigsten die Nackengegend, in manchen Fällen sogar die Ohren (auch innen) betroffen.

 

Was sind die möglichen Folgen eines Stichs?

Allein der Stich einer Hirschlausfliege gehört zu den unangenehmen Erfahrungen. Hunde reagieren oft ganz plötzlich. Sie wirbeln herum und beginnen sich an der betroffenen Stelle intensiv zu beißen und zu kratzen. Hundehalter beschreiben das Verhalten ihrer Vierbeiner dann gern mit „wie von der Tarantel gestochen“.

Die Einstichstelle schwillt in vielen Fällen an, schmerzt und geht mit einem extremen Juckreiz einher. Schwerwiegende Folgen sind Hautausschläge, Ödeme oder sogar Eiterungen.

Daher sollten Sie die Einstichstelle bei Ihrem Hund möglichst mehrere Tage

beobachten.

 

Können Hirschlausfliegen Krankheiten übertragen?

2001 fanden Biologen in Stuttgart ein Bakterium, welches durch die Hirschlausfliege übertragen werden kann (Bartonella schoenbuchensis).

Die Symptome fallen unterschiedlich aus. Durch Fieber bis zur eitrigen Hautentzündung, beim Menschen sogar bis hin zur Herzentzündung, kann dieses Bakterium für Mensch und Tier gefährlich werden.

 

Was kann ich als Hundehalter tun?

Hirschlausfliegen sind extrem schnell und damit schwer zu fassen. Ein Flohkamm kann hier helfen, die lästigen Tierchen aus dem Hundefell zu holen.

Auch das Abspritzen mit einem Wasserschlauch (vorsichtig wg. Kälte!) kann die Parasiten aus den Haaren schwemmen.

 

Ist der Befall zu stark oder zeigt Ihr Hund bereits oben beschriebene Symptome, wenden Sie sich unbedingt an Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

 

Kann ich einem Befall bei meinem Hund vorbeugen?

Wie auch bei Zecken, Flöhen und anderen Parasiten können verschiedenste Mittel zur Vorbeugung gegen die Hirschlausfliege angewendet werden. Ob jedoch die „Chemiekeule“ sofort geschwungen werden muss, rate ich vorab zu bedenken. Ebenso gibt es viele Naturprodukte, die eine gute Wirkung

haben.

Lassen Sie sich am besten von Ihrem Tierarzt und/oder einem

Tierheilpraktiker beraten. So können Sie sich ausreichend informieren und

daraufhin eine Entscheidung für sich und Ihren Hund treffen.

 

Das Wichtigste jedoch ist meiner Meinung nach, das Beobachten Ihres Hundes beim Spaziergang und danach. Zeigt Ihr Hund die oben genannten plötzlichen Reaktionen, sollten Sie ihn unbedingt gründlich absuchen.

Außerdem gehört für mich das Durchbürsten des Fells nach einem Wald- und

Wiesenspaziergang immer dazu. So haben Sie stets die Möglichkeit, Veränderungen der Haut oder Parasiten zeitnah zu entdecken.

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