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Diagnose Spondylose - Therapiemöglichkeiten und Alltagstipps

Spondylose führt beim Hund zu starken Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, weniger jedoch zu eindeutig feststellbaren Beschwerden. Aus diesem Grund wird Spondylose leider häufig als Neben- oder Zufallsbefund auf einem Röntgenbild festgestellt. 

 

In meinem letzten Blog haben Sie bereits viel Wissenswertes über diese degenerative Skeletterkrankung beim Hund erfahren.

Doch welche Therapiemöglichkeiten gibt es und was sollten Halter betroffener Hunde nach dieser Diagnose beachten?

In diesem Artikel möchte ich Ihnen Informationen über die Therapiemöglichkeiten bei Spondylose aufzeigen und Ihnen verschiedene Tipps für den Alltag mit einem betroffenen Hund geben.

 

Wie kann der Tierarzt helfen?

In der Veterinärmedizin kann symptomatisch durch eine kurzzeitige Schmerzmittelgabe Linderung verschafft werden. Sollte es sich hierbei um Tabletten handeln, werden ggf. zusätzlich magenschützende Präparate verschrieben. Eine Dauermedikation ist jedoch aufgrund der Nebenwirkungen nicht ratsam.

In schweren Fällen, bspw. wenn die Knochenbrücken auf das Rückenmark drücken oder sogar Nervenstränge dauerhaft einklemmen, kann es auch zu Lähmungserscheinungen kommen. Hier kann ggf. ein chirurgischer Eingriff von Nöten sein. Suchen Sie in diesem Fall Ihren Tierarzt auf. Er wird alles Weitere mit Ihnen besprechen.

Da sich die Knochenzubildungen langsam durch das umliegende Gewebe, Muskeln oder Bänder arbeiten, kommt es in diesen Bereichen auch zu starken Schmerzen und Entzündungen. Veterinärmedizinisch gibt es hier die Möglichkeit einer Kortison-Injektion, bei der das Kortison direkt in die betroffenen Körperstellen gespritzt wird. Aufgrund der starken Nebenwirkungen des Kortisons ist jedoch auch hier eine langfristige Medikation nicht empfehlenswert.

 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es noch?

Eine der wichtigsten Therapiemaßnahmen stellt im Falle einer Spondyloseerkrankung die begleitende Physiotherapie dar.

Ihr Hauptaugenmerk liegt hier bei der Schmerzlinderung und der Behandlung aller überbelasteten Strukturen (eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule). Gezieltes Muskelaufbautraining zur besseren Unterstützung der Wirbelsäule und auch die Schulung der Körperwahrnehmung des betroffenen Hundes tragen zur Verbesserung des Krankheitsbildes bei.

Grosse Rassen, wie die Deutsche Dogge, sind häufiger betroffen
Grosse Rassen, wie die Deutsche Dogge, sind häufiger betroffen

Tipps für zu Hause

Im Alltag sollten bei Spondylose einige Dinge, ähnlich denen der Arthrose, beachtet werden:

 

·       Kein Treppensteigen oder Springen

Um die Wirbelsäule zu schonen, lassen Sie Ihren Hund auf keinen Fall ins oder aus dem Auto springen. Helfen Sie ihm stattdessen mit einer Ein-/Ausstiegsrampe. Unterschiedliche Modelle davon (auch in Höhe von Couch/Bett) finden Sie im guten Tierfachhandel. Ebenso sollten Treppen mit Ihrem Vierbeiner zukünftig möglichst vermieden werden.

 

 

·       Achten Sie auf das richtige Maß an Bewegung

Bewegung ist wichtig, um den Körper gesund zu erhalten. Das gilt auch für Ihren Hund. Verzichten Sie daher nicht auf die täglichen Gassirunden mit ihm. Zu beachten gilt es jedoch, dass an Spondylose erkrankte Hunde nicht überbelastet werden. Vermeiden Sie daher sehr lange, anstrengende Spaziergänge und unternehmen Sie lieber mehrere kurze Spaziergänge pro Tag, um eine Überbelastung unbedingt zu vermeiden.

 

 

·       Achten Sie auf ausreichend Wärme im Wirbelsäulenbereich

Schmerzen bei Gelenkerkrankungen können sich bei sehr kaltem oder auch nasskaltem Wetter verstärken. Achten Sie daher bei Ihrem Hund auf zusätzliche, geeignete Bekleidung. So wird der Körper auch bei kälteren Temperaturen warmgehalten und Verspannungen wird vorgebeugt. 

 

 

·       Übergewicht vermeiden

Aufgrund der Überbelastung der Gelenke, umliegenden Muskeln, Sehnen und Bändern bei Übergewicht, ist besonders bei an Spondylose erkrankten Hunden darauf zu achten, ein Optimalgewicht zu erhalten oder herzustellen.

Bezüglich der Ernährung sollten Sie unbedingt bedenken, dass Trockenfutter dem Körper stets Wasser entzieht (auch dem Bandscheibengewebe) und daher zur dauerhaften Fütterung Ihres Hundes nicht geeignet ist.

 

 

·       Nahrungsergänzungsmittel

     Im Bereich Ergänzungsfuttermittel können zur begleitenden Therapie bei Spondylose einige Mittel eingesetzt werden. Häufig zum Einsatz kommen hier Glykosamin-Glykane, die z.B. in Grünlippmuschelextrakt enthalten sind oder auch Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Fischöl vorhanden sind. Beide Ergänzungsfuttermittel dienen der Ernährung von Knorpelgewebe, sowie der Regulierung, Stabilisation und Regeneration von Knorpeln, Sehnen und Bändern. 

 

 

Spondylose ist ähnlich der Arthrose eine fortschreitende Erkrankung. Doch auch wenn bereits entstandene Knochenveränderungen nicht mehr rückgängig gemacht werden können, kann den betroffenen Hunden durch gezielt eingesetzte Therapiemaßnahmen zur Symptom-/Schmerzlinderung verholfen werden.

 

Damit bleibt die Lebensqualität der Hunde oft noch gut und lange erhalten.

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